MUSEALOG – ein Einstieg ins Museumswesen

Vor allem in den ersten Jahren des Hineinawchsens in den Bereich Museums und auf dem Weg zu

  1. a) einer grundlegenden Qualifikation
  2. b) einem gesunden Selbstbewusstsein mit dem Wissen wohin man will (und wohin nicht) sowie
  3. c) der Erkenntnis was es heißt, wenn man gesagt kriegt „da kommt man schwer rein“

stellt sich immer wieder eine Frage: „Wie kann man Arbeitserfahrung sammeln?“. Im Idealfall an bekannten Institutionen, mit interessanten Aufgaben versehen und mit einem angenehmen Gefühl für die Sinnhaftigkeit der ganzen Sache. Ein romantischer Anspurch und nur selten der Fall und natürlich keine branchenspezifische Sache.

Um die Betrachtung irgendwie zu begrenzen, gehe ich vom typischen Stand aus: das Studium der Kulturwissenschaft, Geschichte oder eines verwandten Faches geschafft – und bei zweiter Überlegung schon immer „fasziniert vom Museum“. Typischerweise haben Viele zu diesem Zeitpunkt schon ein Praktikum hinter sich, das leider nur sehr selten direkt im Museum absolviert werden kann, da einerseits Schülerpraktikannten (pflichtgemäß) betreut werden müssen und auf der anderen Seite für das Museum kaum abzusehen ist, welcher Gewinn aus 2 Monaten erwachsen kann. Ich spreche hier vom Allgemeinen – Ausnahmen bestätigen die Regel. Ist dann der Abschluss geschafft und das Ziel „Museum“ tatsächlich gesetzt, wird es erstaunlicherweise noch übersichtlicher. Nun ist man nicht nur Einer von Hundert, nun mischt sich alles was irgendwie mit Kultur zu tun hat. Das reicht vom Theaterwissenschaftler über die bildende Künstlerin bis zum Wiedereinsteiger. Und auch zu diesem Zeitpunkt ist leider schwer auszumachen, wem denn mit welchen Argumenten der Vorzug gegeben werden sollte. Dabei ist das Problem dieser Stunde eines mit zwei Seiten:

A

Zum Einen ist den Wenigsten klar was denn wirklich zählt im Museumsalltag. Und zwar auch, weil dieser eben vor allem praktisch gemeistert wird. Zwar lohnen studentische Gedankenspiele über die Umsetzung zukünftiger Ausstellungen, im Alltag ärgert man sich später doch ertmal über die schleppenden Fortschritte oder die interne Kommunikation am Haus oder muss verstehen was es heisst, wenn Dinge „später noch einmal besprochen  werden“ sollen. Das sieht auf der anderen Seite nicht anders aus. Zwar hoffen Museen auf Ambitionen, etwas „frischen Wind“ und Impulse. In der Realität tötet der Alltag aber schnell die Glut der ersten Tage. Und zwar meist nicht aus Willkür – gelerntes und vorgegebenes Verhalten leisten ihren Teil. Vor allem zeitlich funktionieren öffentliche Einrichtungen oft in langen Zyklen. Hinzukommt, dass die meisten Praktika immer noch allgemein gehalten sind. Zwar kann es durchaus passieren, dass der Wirtschaftshistoriker mit Wirtschaftsgeschichte, die Kulturwissenschaftlerin mit Kulturwissenschaft zu tun hat etc, den Normalfall stellt aber das „helfen-bei….“ dar. Auf diese Weise wird Aktivität simuliert, oft ist beiden Seiten erst danach klar, welche Gelegenheiten verpasst wurden. Hier ließe sich mit Sicherheit durch konkretere Anforderungen etwas ändern.

B

Krass zutage tritt dies bei der gläsernen Wand des Volontariats. Eigentlich als Einstieg in den Museumsbereich bei moderaten Anforderungen und unter Beschwörung einer win-win-Situation angedacht, bleibt es oft ein Rätsel nach welchem Verfahren ausgewählt wird. Zwar schmelzen die Berge an Bewerbungsunterlagen in der Verwaltung recht schnell – und das Museum wird für die allermeisten Bewerber kaum  je zum Arbeitsort- aber wer warum die letzten Meter meistert, bleibt Geheimnis und Zufall. Dies umso mehr, als dass es der Normalfall scheint, dass mit Eintritt der Stelle nicht klar ist, was zu tun ist – Zuweisung und Förderung qua Veranlagungen/Fähigkeiten ist die Ausnahme.

MUSEALOG

In diese Lücke stoßen nur wenige Angebote. Eines unter Ihnen ist die 8-monatige Fortbildung des Musealog.e.V mit Sitz in Emden. Diese richtet sich vornehmlich an Geisteswissenschaftler, die versuchen ihr Profil in Richtung Museum zu entwickeln, aber auch an Berufserfahrene. Alle wesentlichen Bereiche der Museumsarbeit werden behandelt:

  • EDV-Schulungen vermitteln den Umgang mit (Museums-)Programmen
  • Seminare vermitteln was sich hinter den Begriffen „Forschen und Dokumentieren“, „Ausstellen und Vermitteln“, „Bewahren“ und „Sammeln und Bewahren“ verbirgt und regen zur persönlichen Schwerpunktsetzung an, Theorie und Praxis halten sich dabei in etwa die Waage
  • ein eigenes Projekt an einem der etwa 10 teilnehmenden Museen bietet die Möglichkeit direkt im Arbeitsalltag vorhandenes und neues Wissen zur Anwendung zu bringen – und mit dem Abschluss eines eigenen Projektes vielleicht sogar eine kleine persönliche Sternstunde erleben zu können

Zur Webseite von Muselaog

100-Jahre-Stadtmuseum-Oldenburg
Mein damaliges Projekt '100 Jahre Stadtmuseum Oldenburg
http://www.stadtmuseum-oldenburg.de/online-100-jahre/willkommen/

Sebastian Wehrstedt

Jenseits dieses Angebots sind die Möglichkeiten für Berufseinsteiger rar gesät. So gibt es weder auf Bundes- noch auf kommunaler Ebene Institutionen, die die Möglichkeit bieten eine Brücke zu schlagen zwischen dem abgeschlossenen Hochschulstudium und einem Volontariat (das ja selbst eigentlich als Orientierungs- und Lernphase angelegt ist!).  Damit bleibt meist nichts als das hoffnungsvolle Bewerben auf Stellen bei denen beide Seiten kaum wissen was sie erwarten und erhoffen können. Das Dilemma liegt natürlicherweise darin, dass die ausschreibende Seite diesen Konflikt „lösen“ kann indem strikt nach schwarz-auf-weiß-Kategorien vor-sortiert wird – obwohl sich gerade im Museumsbereich/Ausstellungswesen daraus für keine der beiden Seiten Garantien für die spätere Zusammenarbeit ergeben.

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